Das Reiseportal mit kulturhistorischen Infos zu Bozen und Umgebung
Bewegtes Land
Mediterranes Flair umhüllt Bozen und Umgebung – ein bezaubernder Mix aus Nord und Süd…
|
Land der Gegensätze
|
|
|
Wer heute durch Bozen
schreitet, dem dürfte eines auf den ersten Blick
nicht in den Sinn kommen: Dort, wo Kultur,
Sprache und Küche verschmolzen scheinen, wo
Moderne auf Tradition trifft, wo Nord und Süd
ineinander übergehen, als wäre es nie anders
gewesen, dort herrschte einst Hass, Wut und
Verachtung. Und selbst wenn sich das
Zusammenleben der italienisch-
und deutschsprachigen Bevölkerung
hie und da noch immer schwierig gestaltet, so
hat sich das Verhältnis doch längst zum Besseren
gewendet – wie man insbesondere in
Bozen, der
Südtiroler Hauptstadt, erkennen
kann. Ein politisch-historischer
Rückblick.
 Süden Südtirols: Land der Gegensätze
Südtirol, seit 1363 Teil der
Habsburgermonarchie Österreich-Ungarn,
fiel 1918 als Belohnung für den
Kriegseintritt Italiens an der
Seite der Alliierten an den Mittelmeerstaat. Die
Annexion erfolgte auf der Grundlage des
Vertrages von St. Germain, welcher die bereits
im Londoner Vertrag von 1915 vereinbarte
Abtretung offiziell verankerte.
Nachdem den Südtirolern die Wahrung ihrer
Identität zunächst noch zugesichert worden war,
kam es mit der Machtübernahme der Faschisten
unter Mussolini zu einem radikalen Wandel. Es
folgte die „Italianisierung“ Südtirols.
Italienisch wurde zur einzigen offiziell
zugelassenen Sprache, die Verwendung des Namens
Tirol verboten, deutsche Orts- und
Familiennamen ins Italienische
übersetzt, später folgte die strategische
Ansiedlung italienischer Bürger in Bozen und
Umgebung.
Nach dem Sturz Mussolinis
während des Zweiten Weltkrieges besetzte die
Deutsche Wehrmacht von 1943 bis
1945 das Land. Der Einmarsch der Deutschen wurde
zunächst mit Begeisterung aufgenommen, bedeutete
für Südtirol jedoch neues Leid, Tod und
Zerstörung.
Als der Zweite Weltkrieg 1945
endlich ein Ende nahm, hofften viele Südtiroler
auf eine Rückkehr nach Österreich. Das
Land verblieb bei Italien, den
Südtirolern wurden lediglich autonome Rechte
zugesprochen, welche nur zögerlich bis gar nicht
vom italienischen Staat umgesetzt wurden. Die
Kritik am so genannten ersten Autonomiestatut
und der in weiterer Folge auch gewaltsame
Widerstand gegen die politischen Bestimmungen
aus Rom führten schließlich zum zweiten
Autonomiestatut, welches 1972
beschlossen wurde.
Seither genießt Südtirol weitreichende
Autonomierechte. Politische
Rahmenbedingungen, die das Gegen- und
Nebeneinander von Deutschen und Italienern –
gerade auch in einer Stadt wie Bozen, wo die
Mehrheit der Bevölkerung
italienischsprachig ist – nach
Jahrzehnten des Misstrauens weitgehenden zu
einem Miteinander werden ließen. Wenngleich
politische Spannungen wohl niemals zur Gänze
vermieden werden können.
|
Weiterführende Informationen
|
|
|
Erlebniswelten
Typische Produkte
|